Vorwort zum Buch

An wen hat der Autor während des Schreibens gedacht?
An all die großen Jungs, die mittlerweile selber Väter von Jungs geworden sind. Und die sich immer wieder fragen: Wie werde ich ihnen gerecht? Warum können sie keinen Moment ruhig sitzen? Gibt es zwischen Videospielen und Sackhüpfen ein Entweder-Oder oder ein Sowohl-als-Auch? Warum wollen die Jungs plötzlich angeln gehen? Warum hängen sie an ihrem Kuscheltier, um sich eine halbe Stunde später mit den Nachbarkindern zu prügeln? Und was zeichnet heutzutage überhaupt noch einen echten Jungen aus? Was einen Mann?

Und auf all diese Fragen gibt dieses Handbuch eine Antwort?
Auf viele davon, und noch auf ein paar andere mehr. Dabei hat sich der Autor allerdings bemüht, die Väter nicht noch mehr unter Druck zu setzen, als sie das ohnehin schon werden: durch den Job, die Mütter der Jungs, die eigenen Ansprüche, die unzähligen Väter-und-Erziehungsratgeber.

Worum geht es stattdessen in dem Buch?
Den Großen deutlich zu machen, dass sie nicht allein sind mit ihren Bedenken. Und dass es keinen Grund zur Aufregung gibt – vielmehr jede Menge Gründe, das Abenteuer „Jungs“ mit einiger Gelassenheit in Angriff zu nehmen. Dafür finden sich in diesem Buch viele Empfehlungen und Hinweise; sie reichen von der Planung eines wilden Wochenendes bis zur Durchführung spektakulärer Experimente.

Wobei sollten die Väter gelassen bleiben?
Bei der Frühförderung zum Beispiel. Derzeit herrscht ja unter Eltern die Panik, dass jeder Tag, den die Jungs spielend verbringen, verlorene Zeit ist: Mozarthören im Mutterleib, Englischlernen mit einem Jahr, Celloüben mit drei, Intensivmathekurse absolvieren mit fünf. Das ist leider ziemlicher Quark, denn das Wichtigste, das Jungs in ihrer Kindheit zu erledigen haben, ist: spielen! Die Großen müssen bloß darauf achten, es ihnen zu ermöglichen. Das reicht vollkommen, damit sich die Kleinen zu liebenswerten und klugen Menschen entwickeln. Allermeistens.

Zu welcher Gruppe gehört der Autor: zu den Theoretikern, der sich seine Ratschläge zusammensucht? Oder zu den Praktikern?
Eher zu den zweiteren – wobei er zweifellos auf viele Erkenntnisse, Studien und Erfahrungen der Theoretiker angewiesen ist und gerne darauf zurückgreift. Jedenfalls ist der Autor gemeinsam mit seinen beiden (kleineren) Brüdern und seiner (ganz kleinen) Schwester in Österreich auf dem Land aufgewachsen und lebt heute in Berlin – mit Frau, zwei Söhnen (der eine geht in die Grundschule, der andere in den Kindergarten) und vielen kleinen wie großen Freunden.

Und von Jungs dieses Alters handelt das Buch?
Nicht nur, aber auch. Generell kann man sagen: Es behandelt Themen, die zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr wichtig sind. Obwohl das heute nicht mit letzter Sicherheit zu sagen ist, denn: Viele Jungsthemen sind für Kleine und Große gleichermaßen interessant. Beispiel: das Rutschauto „Bobby-Car“. Während die Kleinen sich draufsetzen und durchs Wohnzimmer kurven, tunen es die Großen, um anschließend mit 60 km/h den Berg hinunterzurasen. Und solche Themen gibt es genug. Sie gemeinsam mit den eigenen Jungs zu erleben, gehört zum Beglückendsten, das sich denken lässt.

Sollen Mütter dieses Buch lesen?
Gerne. Sie riskieren freilich, dass sie anschließend ein paar rätselhafte Verhaltensweisen der kleinen und großen Jungs zu verstehen beginnen – mit all den Folgen, die so etwas hat.

Gibt es auch eine Internetseite zum Buch?
Dort finden die Leser einige jener Texte, die im Buch keinen Platz gefunden haben. Beispielsweise den über europäische Vergnügungsparks, die die großen und kleinen Jungs gemeinsam besuchen können. Oder eine kleine Meditation über die Dominanz der Frauen bzw. die Absenz der Männer in den Kindergärten und Schulen. Oder aber Wissenswertes über den Penis. Oder über die Kunst, eine Schülerzeitung zu machen. Außerdem haben die Leser dort Gelegenheit, mit anderen Lesern zu debattieren und Erfahrungen auszutauschen. Der Autor jedenfalls würde sich sehr darüber freuen. Genauso wie über Anregungen und Verbesserungsvorschläge via Email: ankowitsch@wir-jungs.net

Christian Ankowitsch
Berlin, im Juli 2008

PS: An diesem Buch haben viele Menschen auf verschiedene Weise und in unterschiedlicher Intensität mitgewirkt. Besonderer Dank gebührt folgenden, in alphabetischer Reihenfolge angeführten Personen: Peter Ankowitsch (für hilfreiche Tipps), Heike Bräutigam (für ihr Lektorat und ihre Geduld), Oliver Domzalski (für die erste Anregung zu diesem Buch), Ingolf Gillmann (für die Hilfe bei der Titelsuche), Elisabeth Gronau (für die geduldige Recherche unzähliger Details, das ebenso geduldige Zuhören in krisenhaften Momenten und die Verfertigung vieler Graphiken), Gordian Grüntuch (für die Überlassung eines prima Witzes), Jörg Meyerhoff (für einige Tipps), Oliver Schmitt (für viele wunderbare Graphiken), Bettina Schneuer (für hilfreiche Tipps sowie die Geduld und Loyalität während des langwierigen Schreibens an diesem Buch), Erik Turek und dem Wiener buero 8 (für den großen Schritt vom bloßen Manuskript zu einem gestalteten Buch) und meinen beiden Söhnen (für sehr, sehr vieles).